„Wir haben einen Berg Arbeit vor uns. Aber die ersten Sachen laufen jetzt an“

„Wir haben einen Berg Arbeit vor uns. Aber die ersten Sachen laufen jetzt an“

IG Metaller bei WEC Turmbau Emden wollen ihren Betriebsrat aktiv unter­stützen. Leiharbeit, Dienstplanung, Arbeitsschutz – das sind ihre „heißen Themen“

 

Arbeitsschutz, Dienstplanung Gleichbehandlung von Leiharbeitern – das sind die wichtigsten Themen, die ihnen auf den Nägeln brennen. Sie, das sind aktive IG Metaller, die sich an diesem Nachmittag nach Feierabend in der Verwaltungsstelle der IG Metall getroffen haben, um darüber zu diskutieren, wie sie die Arbeit des im Mai gewählten Betriebsrates unterstützen können. Einen Punkt gibt es, den sie immer wieder ansprechen: „Die Wertschätzung der Mitarbeiter muss sich verbessern, besonders der Umgang mit den Leiharbeitern.“

 

Einige aktive IG Metaller bei WEC Turmbau Emden: "Gemeinsam werden wir am Ende erfolgreich sein."

Einige aktive IG Metaller bei WEC Turmbau Emden: „Gemeinsam werden wir am Ende erfolgreich sein.“

 

Es ist kein Zufall, dass ihnen das so wichtig ist, denn sie alle haben selbst als Leiharbeiter angefangen. Einige sind nach ein paar Monaten übernommen worden, zunächst in befristete Verträge. Bei anderen hat es zwei Jahre gedauert. „Es muss eine Regelung her, dass Leiharbeiter nach einer gewissen Zeit ein Angebot auf Festanstellung bekommen“, sagt ein Kollege. „Die Jungs wollen bauen und kriegen als Leiharbeiter keine Kredite, sie brauchen eine Perspektive. Sie bringen dieselbe Leistung, kriegen aber weniger Geld, weniger Urlaub. Das ist nicht gerecht.“ Rund ein Drittel der 640 Beschäftigten sind nicht bei WEC Turmbau angestellt, sondern bei Leiharbeitsfirmen.

 

Gleiche Behandlung für alle ist eine Frage der Gerechtigkeit, aber es ist auch eine Frage des Respekts, das betonen sie immer wieder. „Man hat manchmal den Eindruck, die Leiharbeiter sind als Menschen eigentlich gar nicht existent, sie sind nur da, um zu arbeiten“, sagt ein anderer. „Das muss sich ändern.“

 

Mitbestimmung bei der Dienstplanung ist ein weiterer wichtiger Punkt, den sie im Betrieb regeln wollen. Das ist eine Frage, in der der Betriebsrat weitgehende Rechte hat. Lange waren kurzfristig angeordnete Samstagsschichten gang und gäbe. „Die haben sich von uns einen Blankoscheck ausstellen lassen, dass man jederzeit am Wochenende zur Arbeit eingeteilt werden konnte.“ Wer nicht unterschrieben hat als Leiharbeiter, wurde abgemeldet. Damit soll nun Schluss sein.

 

Auch der Arbeitsschutz muss verbessert werden. Mittlerweile gilt beim Bau der großen Stahlbetonsegmente immerhin die Helmpflicht. Aber es habe „ewig gedauert“, bis sie eingeführt wurde. So etwas soll mit Betriebsrat künftig besser und schneller laufen.

 

Wichtig ist ihnen auch die Vernetzung mit den Betriebsräten in den anderen Enercon-Tochterfirmen. „Als IG Metaller haben wir gute Kontakte in die anderen Betriebe“, betont ein Kollege. „Viele Herausforderungen sind überall ähnlich, und gemeinsam werden wir am Ende erfolgreich sein.“

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