Senvion: IG Metall sieht Alternativen zum geplanten Kahlschlag

Senvion: IG Metall sieht Alternativen zum geplanten Kahlschlag

Mehr als 400 Beschäftigte protestieren in Hamburg

Mehr als 400 Beschäftigte des Windkraftanlagenherstellers Senvion haben heute in Hamburg gegen die geplanten Standortschließungen in Bremerhaven, Husum und Trampe sowie die angekündigten Entlassungen von 730 Beschäftigten protestiert. Bei einem Runden Tisch mit Betriebsräten, Wirtschaftsministern und Bürgermeistern ging es im Anschluss an die Kundgebung vor dem Gewerkschaftshaus um Alternativen zu den Planungen der Geschäftsführung.

„Die Betriebsräte haben viele gute Ideen, wie sich das Unternehmen für die Zukunft besser aufstellen kann. Dafür müssen keine Standorte geschlossen und nicht hunderte Beschäftigte entlassen werden“, sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter IG Metall Küste. „Wir erwarten, dass die Geschäftsführung in den anstehenden Verhandlungen auf die Vorschläge eingeht und den von ihr geplanten Kahlschlag nicht weiter als alternativlos darstellt.“

Auf Unverständnis stieß, dass Senvion-Vorstand Jürgen M. Geißinger der Einladung der IG Metall zum Runden Tisch nicht gefolgt war. „Wir wollten ihn nicht auf die ‚Anklagebank‘ setzen, wie von Seiten des Unternehmens kolportiert wird“, erklärte Olivier Höbel, Bezirksleiter IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen. „Es war ein sehr sachlicher und verantwortungsbewusster Dialog mit Betriebsräten, Wirtschaftsministern und Bürgermeistern, den wir auch gern mit der Geschäftsführung geführt hätten.“

Zukunft von Senvion: Runder Tisch und Kundgebung

IG Metall-Bezirksleiter Höbel forderte das Unternehmen auf, auf die Beschäftigten und die Betriebsräte zuzugehen. „Sollte sich die Geschäftsführung in den Verhandlungen nicht bewegen, wird sich der Konflikt verschärfen“, so der Gewerkschafter.

Am Runden Tisch ging es auch um die Perspektiven der Windkraftindustrie in Deutschland. „Die Deckelung der Ausbauziele durch das neue Erneuerbare-Energien-Gesetz wird die Situation in den nächsten Jahren verschärfen“, sagte Bezirksleiter Geiken. „Um den Aufbau der Windkraftindustrie nicht zu gefährden und die notwendigen Klimaschutzziele zu erreichen, brauchen wir ambitionierte Ziele. Auch darüber hätten wir gern mit Senvion in der Runde gesprochen.“

2 Kommentare
  1. Neben dem Eindruck auf der Anklagebank zu sitzen, gefiel der Geschäftsleitung auch das Format der Veranstaltung nicht! Am Runden Tisch sprechen wir über den möglichen Verlust unserer Arbeitsplätze in der gesamten Region Nordeutschland – und solange die Geschäftsleitung mit uns, den Betriebsräten und der Politik auf Äugenhöhe spricht und konstruktiv an einem Interessenausgleich arbeitet ergibt sich das richtige „Format“ von ganz allein. Dass es trotz alledem zeitweise kontrovers oder auch unangenehm werden kann, liegt an den Plänen, die die Unternehmensleitung selbst bekannt gemacht hat.
    Wir alden die Geschäftsführung, die Ausgestaltung der bevorstehenden Restrukturierungsmaßnahmen mit allen Betroffenene und beteiligten zu besprechen und zu gestalten.

  2. Senvion ist ein Unternehmen mit eher geringer Fertigungstiefe. Es geht daher nicht um die Personalkosten, sondern um ein markiges Signal an den Kapitalmarkt. Die Geschäftsführung muss sehr verzweifelt sein, wenn man die Aktionäre schon heute auf ausbleibende Gewinne einstimmen muss. Die „Erfolgsmeldungen“ aus dem Ausland sind dann in Wirklichkeit nur die Bestätigung für alle die Probleme und die Konzeptlosigkeit der Geschäftsführung. Ich bin mal gespannt, wieviele Windmühlen die Politik ordern wird (statt Transfergesellschaft Windanlagen und Service bestellen …..)

    Ein unternehmerischer Ansatz zum Erhalt aller Arbeitsplätze:
    1. Die Sozialpartner einigen sich auf die sofortige Ausgliederung der Betriebe in eigenständige Gesellschaften und verzichten auf alle die Mitbestimmungsrunden. Die Betriebe werden zum Buchwert eingebracht und keiner muss Geld anfassen. Das Geld für all die Abfindungen geht in die Kapitalrücklage oder Sonderrücklage. Damit würde die Belegschaft noch in 2017 zum Ergebnis beitragen (savings …..kein MBO).
    2. Die Geschäftsführung / Vorstand bringt ihre Aktienoptionen in die ausgegründeten neuen Gesellschaften ein und/ oder erklärt eine look up Periode von 10 Jahre bzw. EBITabhänigkeit
    3. Die Vorstandsgehälter werden mit dem 5fachen EG 11 gedeckelt.

    …..bin mal gespannt 🙂

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