Enercon will Betriebsrat kündigen – Verhandlungstag in Magdeburg

Enercon will Betriebsrat kündigen – Verhandlungstag in Magdeburg

Gestern fand der Kammertermin am Arbeitsgericht in Magdeburg im Beschlussverfahren gegen den Betriebsrat der WEA Service Ost statt. Damit will die WEA Service Ost den Weg frei machen, den Betriebsratsvorsitzenden Nils-Holger Böttger zu kündigen. Er hatte sich für Leih­arbeiter eingesetzt, die unentgeltlich an einer Sicherheits­schulung an einem Samstag teilnehmen sollten.

 

Rund 19.000 Menschen haben sich bisher der Forderung nach Rücknahme des Kündigungs­versuch von Nils und dem Ende des gezielten Mobbings durch Vorgesetzte von gewerk­schaftlich organisierten Betriebsrats­kandidaten und Aktiven im Betrieb GZO GmbH in Aurich zu unterlassen, angeschlossen sowie Enercon aufgefordert, in einen offenen und konstruktiven Dialog mit der IG Metall zu treten.
Vor dem Gericht nahmen rund 200 Menschen an einer Solidaritäts­kundgebung teil. Unter ihnen auch Andreas Steppuhn, Mitglied in der SPD-Landtagsfraktion  in Sachsen-Anhalt und Wulff Gallert, Mitglied des Landtags Sachsen-Anhalt für Die Linke.

 

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Betriebsratsmitglieder aus verschiedenen Enercon-Betrieben haben teilgenommen und sich an die Seite von Nils gestellt. Viele Betriebsratsmitglieder aus der Region waren ebenfalls vor Ort. Auch die VW Kollegen aus Wolfsburg, Hannover, Salzgitter und Zwickau ließen es sich nicht nehmen, ihre Solidarität zu zeigen. Sie machten in ihrem Beitrag deutlich, dass VW ein gutes Beispiel dafür ist, dass Betriebsräte, Gewerkschaft und eine gelebte Demokratie und Mitbestimmung im Betrieb nicht im Widerspruch zu einem weltweit agierenden Konzern und Marktführer stehen. Im Gegenteil.

 

Das Urteil in dem Verfahren wird am 11. Februar 2015 verkündet.

 

1 Kommentar
  1. WEA Service Ost GmbH

    Ich bin Beschäftigter in der WEA Ost und finde es prima, dass der Betriebsrat sich wehrt. Er hat wenigstens Mut, sich für uns einzusetzen, auch wenn es dem Arbeitgeber nicht passt. Nicht nur die Leiharbeiter hat die WEA im regen stehen lassen. Jetzt sind die befristet Beschäftigten dran. Ich habe einen befristeten Vertrag und war vorher schon mehrere Jahre als Leiharbeiter in der WEA Ost. Bisher haben auch die Befristeten immer Urlaubs- und Weihnachtsgeld bekommen. Nur diese Weihnachten sind wir leer ausgegangen. Man hat es nicht mal für nötig gehalten uns irgendwie zu informieren. Das trifft nicht nur uns in Ost. Sondern auch die anderen WEA´s. Da müssen wir uns immer wieder anhören wir seien eine Familie, bei uns würde die Kommunikation der kurzen Wege herrschen und der Erfolg hängt von motivierten Mitarbeitern ab. Und jetzt sowas. Ich habe es satt. Wenn unsere Zeitverträge ausgelaufen sind, werden wir nicht weiterbeschäftigt. Stattdessen werden Aufträge an Subfirmen gegeben. Na klar, die Arbeitskräfte sind dort noch billiger. Jetzt will Enercon, dass ich bis zum Vertragsende motiviert weiterarbeite und schön mitziehe und zahlt dann nicht mal die bisschen Weihnachtsgeld. Es wäre zumindest eine kleines Dankeschön dafür gewesen, dass ich meine 200 Std. im Monat leiste und für den Erfolg des Unternehmens arbeite. Für den ich ja angeblich so wichtig bin. Wenn wir doch alle so wichtig für den Erfolg sind, warum bekommen wir nicht etwas davon ab? Warum werden befristet Beschäftigte schlechter behandelt und bekommen kein Weihnachtsgeld? Es wird Zeit, dass Enercon uns endlich vernünftig behandelt.

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