Enercon: AERO Ems GmbH Betriebsversammlung

Betriebsversammlung bei AERO Ems GmbH

Am Freitag, den 23.Januar 2015, fand bei der AERO Ems GmbH die erste Betriebsversammlung mit ca. 300 Kolleginnen und Kollegen statt.

 

Der Betriebsrat stellte die Mitglieder der verschiedenen Ausschüsse vor und erläuterte die bisherige Arbeit des Betriebsrats. Er erklärte den Bedarf an Schulungen zur Erlangung des nötigen Wissens für die Betriebsratsarbeit, die Bearbeitung von Kündigungen die oft mit zeitraubenden Prozessen verbunden waren. Dennoch betonte der Betriebsratsvorsitzende Dietmar Gross: „…das trotz der Interessengegensätze und mitunter harter Auseinander-
setzung zwischen uns und der Geschäftsleitung das Vertrauensverhältnis unsererseits, nicht gestört ist.“ Und: „Wir stehen jedem von Euch, der Fragen, Kummer oder Beschwerden hat, jederzeit mit Rat und Tat zur Seite.“
 

Dass diese Arbeit auch Früchte trägt, zeigt unter anderem die am 5. Dezember 2014 beschlossene Betriebsverein-
barung zum Schichtsystem. Hier konnte der Betriebsrat erfolgreich ein Verhandlungsergebnis erzielen, das sich auf eine Umfrage unter den Beschäftigten stützte.
 

Anderer Meinung waren hierzu Vertreter einer sogenannten „Arbeitnehmervertretung“. Diese hatten, ebenso wie die Geschäftsleitung, die Betriebsratswahl angefochten. Zurzeit steht hierzu eine Entscheidung vor dem Landesarbeits-
gericht in Hannover noch aus. Mit einer Unterschriften-
sammlung fordern sie den Rücktritt des Betriebsrats. Der Vorwurf u.a., die Wahlen seien manipuliert, der Betriebsrat würde seine Arbeit nicht richtig machen und verursache dem Unternehmen nur unnötige Kosten.
 

Hierzu erklärte der Anwalt Herr Henkys das gerichtliche Prozedere und betonte, dass das Gericht in der ersten Instanz eine Fristverletzung bei der Wahl beanstandet hatte und die Gründe der Betriebsrats-Gegner nicht weiter berücksichtigte. Auch die Vertreterin der IG Metall Ursula Wentingmann erklärte den Anwesenden, dass selbst in großen Unternehmen mit langjährigem Betriebsrat, Fehler bei den Wahlen passieren können. Des Weiteren fand sie es bemerkenswert was für eine gute Arbeit der Betriebsrat bei AERO Ems bisher geleistet hat, vor allem wenn man berücksichtige, wie kurz dieser erst im Amt sei und wenn man das Ausmaß der Behinderung ihrer Arbeit berücksichtige.
 

In der Abschlussrunde stand der gesamte Betriebsrat geschlossen auf der Bühne. Hierbei appellierte der Betriebsrat Christoph Borkowski an seine Kolleginnen
und Kollegen sich nicht spalten zu lassen: „Wir Kolleginnen und Kollegen, wir sind die Arbeitnehmer! Wir müssen zusammenhalten.“ Und zur Wahlanfechtung meinte er:
„Was genau ist hier angefochten worden? Meiner Meinung nach ist das Wahlergebnis angefochten worden, euer Wahlergebnis! Eure Meinung!“ Die Mehrheit der An-wesenden stimmte ihm mit Applaus zu.

 

Im Schlusswort des Betriebsrat erinnerte Lars Aschendorf daran, dass aller Anfang schwer sei und auch ein Betriebs-
rat nur aus Menschen bestehe, die Fehler machen und aus ihren Fehlern lernen können und wollen, wenn man ihnen dazu eine Chance gibt.

 

Der Betriebsrat der AERO Ems GmbH hat gezeigt, wie erfolgreich ein erst im Juli 2014 gewählter Betriebsrat trotz starkem Gegenwind sein kann. Wir wünschen dem Be-
triebsrat weiterhin viel Kraft und Erfolgt im Einsatz für die Belange der Beschäftigten.

 

 

 

 

 

2 Kommentare
  1. Nicht unterkriegen lassen! Wenn wir zusammenhalten und gute Regelungen für die Kolleginnen umsetzen, werden auch irgendwann die Kritiker unter den Kolleginnen umdenken. Dann kann der Arbeitgeber seinen Keil, den er in die Belegschaft treiben will, zu Hause lassen. 🙂

  2. Moin, bei uns ist der BR und seine BR-Arbeit weit weg von der Belegschaft und nah, noch näher an die Geschäftsleitung gerückt. Wir, die in der IGM sind haben keine Möglichkeit dem Treiben entgegen zu wirken. Wir schaffen es einfach nicht die Belegschaft umzustimmen, der Keil ist schon so groß, das man aufpassen muss, was man wem sagt.
    Bei uns wurde jetzt die Rotation eingeführt und in einem Gespräch mit dem BR-Vorsitzenden hat er dann gefragt wie lange ich schon in der Abteilung gearbeitet habe, daraufhin sagte ich 3 Jahre und er meinte dann nur, das man auch mal wechseln kann. Diese Aussage trifft man nur, wen es einem selber nicht trifft. Die IGM sollte einfach mal nach dem Rechten schauen und den BR in die Pflicht nehmen, denn eine BR-Arbeit ohne die Hilfe und Unterstützung der IGM ist schlicht unmöglich.

    Gruß
    Trigo

Schreibe einen Kommentar


CAPTCHA

*